Eklat im Laboer Bauausschuss

Frank Staupe wollte in der Einwohnerfragestunde für seine Mieter sprechen und hatte eine Vollmacht mitgebracht. Der Heikendorfer erhielt aber kein Rederecht. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Mit einem Eklat begann die jüngste Sitzung des Laboer Bauausschusses. Einziger Tagesordnungspunkt war die Satzung zum Bebauungsplan für das Neubaugebiet Krützkrog. Anwohner hatten bereits in vorangegangenen Sitzungen, im Rahmen der öffentlichen Auslegung auch schriftlich, ihre Sorgen geäußert. Eine Zusammenfassung dazu gab Planer Kai Gieseler. Doch zuvor musste Bauausschussvorsitzende Inken Kuhn aufgrund der sich anbahnenden Eskalation zu drastischen Mitteln greifen: Sie drohte dem Heikendorfer Architekten Frank Staupe einen Platzverweis an, falls er sich nicht setzen und schweigen würde. Inken Kuhn betonte bereits zur Eröffnung der Einwohnerfragestunde, dass alle Anfragen gesammelt und dann vom Planer gebündelt beantwortet würden. Sie wies auch darauf hin, dass es laut Gemeindeordnung lediglich Einwohnern von Laboe, nicht aber auswärtigen Bürgern, gestattet sei, Fragen zu stellen. Daraufhin zog Frank Staupe, Vermieter in Laboe, ein Schriftstück hervor und erklärte, er sei von Laboer Bürgern bevollmächtigt, die Fragen zu stellen. Das wies Kuhn zurück mit dem Verweis auf die Gemeindeordnung. Staupe ließ sich nicht beirren, beharrte auf seiner Meinungsäußerung, marschierte zum Tisch der Vorsitzenden und schleuderte ihr das Schreiben auf den Tisch. Seine Bemühungen, weiter zu reden, erstickte Kuhn im Keim, bat den Heikendorfer sich zu setzen und „den Mund zu halten“, oder aber er werde des Saales verwiesen. Nun mischte sich Uli Arp ein. Er sei einer der Laboer, die Staupe beauftragt hätten, in ihrem Namen zu sprechen, „weil ich das nicht so gut kann“, so Arp. Kuhn blieb sachlich und wiederholte ihre Ermahnung mehrfach, denn noch immer stand Staupe und unterbrach die Vorsitzende. Schließlich bemühte sich Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst um Ausgleich. Wenn eine solche Vollmacht im Vorfeld der Sitzung angemeldet worden wäre, hätte man „das rechtlich prüfen können“, sagte sie. Schließlich setzte sich Staupe, noch immer entrüstet. Uli Arp verließ während der Erläuterungen durch den Planer den Saal. Weitere Fragen zum Bebauungsplan, der seit Monaten in der Beratung ist, gab es aus der Einwohnerschaft nicht. Wie berichtet, sollen am Ortseingang entlang der Kreisstraße 30 rund 180 Wohneinheiten entstehen. Gieseler erläuterte unter anderem zum Thema geplante Kita, der Investor (Förde Sparkasse) stelle der Gemeinde ein Baufeld für die Kita zur Verfügung, alle Details (Bau, Träger) regele die Kommune selbst. Die Grünen- Fraktion mahnte noch einmal den Erhalt von Knicks und Kleinstbiotopen an, was der Planer bestätigte. Er informierte auch darüber, dass aufgrund des entdeckten Vorkommens des Neuntöters (eine Vogelart) eine Ausgleichsmaßnahme bereits vor der Erschließung „sehr aufwendig“ umgesetzt werde. Einstimmig wurde dem Satzungsbeschluss zugestimmt, die endgültige Entscheidung treffen die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Mittwoch, 13. Dezember, 19 Uhr, in der Cafeteria der Grundschule. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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