Trauer sucht sich neue Wege - und findet sie

Kantor Eckkart Broxtermann und Friedrich Riechmann, Vorsitzender des Friedhofsausschusses des Laboer Kirchengemeinderats, präsentieren den Trauerort für Seebestattete. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Die Kirchengemeinde Laboe stellt sich auf veränderte Bedürfnisse der Menschen bei der Bestattungs- und Trauerkultur ein. Kantor Eckhard Broxtermann und der Vorsitzende des Friedhofsausschusses, Friedrich Riechmann, stellten jetzt Alternativen zum konventionellen Grab auf dem Laboer Friedhof vor. Ein Stein aus Aurora-Granit kündet, im Halbrund umrahmt von einer hohen Hecke, von „allen auf See Bestatteten“. Er dient seit einigen Jahren schon als Ort der Trauer für Hinterbliebene. Denn viele Menschen wählen das Ostseebad Laboe für eine Seebestattung. „Weil sie mit dem Ort oder dem Wasser besonders verbunden sind. Aber wir treffen hier oft Menschen, die nicht wissen, wohin mit der Trauer um ihre Verstorbenen, und sich eine Erinnerung wünschen“, sagte Broxtermann. Deshalb habe man diese Stätte nun um eine optisch passende Granit-Stele ergänzt, um Hinterbliebenen einen Platz für ihre Trauer zu geben. Sie haben die Möglichkeit, auf diesem neuen Stein eine Bronzetafel mit dem Namen des Angehörigen anzubringen. Natürlich gebe es viele, die ganz bewusst die Anonymität wählen, aber es gebe auch diejenigen, die einen konkreten Ort für ihr Gedenken suchen, so Broxtermann weiter. Auf der Granittafel finden zwölf Plaketten Platz. „Wir können links und rechts weitere Stelen aufstellen, wenn auf der ersten kein Platz mehr ist“, erklärte Riechmann. Auch wenn für Verstorbene noch in der Mehrzahl die Erd- oder Feuerbestattung (Urnengrab) gewählt werde, nehme doch die Nachfrage nach Alternativen zu. Deshalb wurden in Laboe vier Stelen in Kreuzform mit jeweils vier Granitplatten aufgestellt – für diejenigen, die eine „Bestattung unter dem grünen Rasen“ wählen, etwa um ihren Angehörigen Pflegeaufwand zu ersparen. Auf den Stelen können die Namen der Verstorbenen eingraviert werden. „Die erste ist bereits belegt, aber es gibt reichlich Platz“, so Riechmann. Und ab Frühjahr 2018 werde es auch die Möglichkeit geben, „unter dem Baum“ seine letzte Ruhe zu finden. Dafür seien drei Linden vorgesehen. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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