Startschuss für neuen Wohnraum

Stein des Anstoßes: die Windkraftanlage. Eine Laboerin kritisierte, die für Neubauten geforderten 800 Meter Abstand würden hier nicht eingehalten. Die Bürgermeisterin verwies auf den Bestandsschutz alter Anlagen. Foto: Ulf Dahl

Es kann losgehen mit dem Baugebiet Krützkrog am Ortseingang von Laboe. Etwa 180 Wohneinheiten sollen dort entstehen, davon 30 Wohnungen als sozial Geförderte. Alle Fraktionen betonten in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter noch einmal den hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Laboe und stimmten der Satzung zum Bebauungsplan zu. Voraus gingen zwei kritische Anfragen aus dem Publikum. Als neuer Gemeindevertreter für die CDU-Fraktion wurde Frank Kroglowski verpflichtet.  Seit 2014 plant die Gemeinde dieses Baugebiet. Jörg Erdmann (CDU) erklärte, er persönlich werde der Satzung nicht zustimmen. Zwei Gründe führte er an: Die Lage der geplanten Kita in einer Sackgasse und die Umwandlung der vorhandenen Knicks in gemeindeeigene Grünfläche. Das verursache zusätzliche Kosten, dafür könne er nicht die Hand heben, so Erdmann und enthielt sich der Stimme. Sein Fraktionssprecher Horst Etmanski betonte, die CDU sei zwar einige Kompromisse eingegangen, stimme dem „Gesamtwerk“ aber zu, weil dringend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse. „Der Erschließer ist uns sehr entgegen gekommen“, so Etmanski. Die LWG begrüßte ausdrücklich den Satzungsbeschluss. „Das haben wir schwer erarbeitet“, erinnerte Beke Schöneich-Beyer. Die SPD sei „sehr froh und dankbar“ für die gute Zusammenarbeit mit dem Investor, sagte Inken Kuhn. Vor allem entstünden nicht nur Einfamilienhäuser, sondern sozialer Wohnraum. Auch die Knicks in Gemeindeeigentum trügen zur „Wohn- und Naturqualität“ bei.  Im jüngsten Bauausschuss hatte es, wie berichtet, einen Eklat um die Zulässigkeit von Fragen aus dem Publikum gegeben. Der Heikendorfer Frank Staupe hatte per Vollmacht für seine Mieter reden wollen, das war ihm untersagt worden. Er war auch diesmal erschienen – einen erneuten Versuch, sich Gehör zu verschaffen, unternahm er nicht. Allerdings monierte Einwohnerin Marita Einfeldt, dass sie noch immer keine Antwort auf ihre Einwendungen erhalten habe. Sie erwarte eine dezidierte Antwort auf ihre Anfragen, erklärte die Laboerin. Sie monierte den Abstand der Bebauung zur bestehenden Windkraftanlage. Die für Neubauten geforderten 800 Meter würden hier nicht eingehalten, kritisierte sie. Die Bürgermeisterin verwies auf den Bestandsschutz alter Anlagen. Einfeldt forderte auch eine Bedarfsanalyse ein. Die sei nicht erforderlich, erklärte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Amtsdirektor Sönke Körber wies auf den Landesentwicklungsplan hin, der der Gemeinde Laboe aufgrund der Lage (Siedlungsachse) keine Wachstumsbegrenzung auferlege, anders als kleineren Gemeinden wie Lutterbek oder Passade. Christina Lenzian fragte, weshalb nicht vor der Erschließung ein umfangreiches Bodengutachten erstellt werde, da ihrer Information nach auf der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche Klärschlamm ausgebracht worden sei. Dem hielten Bürgermeisterin und auch Vertreter der Grünen-Fraktion entgegen, dass es sehr wohl Bodenuntersuchungen gegeben habe, die den Bereich als „unbedenklich“ eingestuft hätten. Planer Kai Gieseler hatte bereits in der Sitzung des Bauausschusses darauf hingewiesen, dass im Zuge des Bodenaustausches bei der Erschließung ein solches Bodengutachten erfolgen müsse. Das Risiko, dass sich eventuell doch eine Belastung herausstellt, und die Kosten dafür trage der Erschließer, betonte die Bürgermeisterin auf Nachfrage aus dem Publikum. Sie wies auch darauf hin, dass die Antworten auf die Einwendungen „gebündelt“ im Bauausschuss vorgetragen worden waren.  Nach dem Rücktritt von Carsten Leonhardt (zuletzt LWG, ursprünglich aber über die CDU-Liste in die Gemeindevertretung gekommen) rückte nun Frank Kroglowski für die CDU-Fraktion nach. Ihn verpflichtete die Bürgermeisterin in sein Amt.  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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