Vom Fundstück zum Kunststück

"Trost" (links) und "Schatzbau" hat Barbara Noll diese Objekte genannt. Foto: Th. Christiansen

Barbara Noll und Monika Winschermann lassen die Dinge auf sich zukommen. In ihrer gemeinsamen Ausstellung, die am Sonnabend, 13. Januar, im Freya-Frahm-Haus in Laboe eröffnet wird, zeigen sie ihre „Fundwerke“. Das sind Objekte aus oft weggeworfenen Dingen und Malerei, die ohne Ziel entsteht. „Der Titel verbindet uns. Er spielt darauf an, dass wir beide auf verschiedene Weise Dinge finden“, sagt Monika Winschermann. „Bei mir geschieht das während des Prozesses des Malens. Ich nehme mir selten vor, etwas Bestimmtes zu malen. Ich fange mit den Farben an und finde etwas, worauf ich reagiere“, erklärt sie. Manchmal gerät ihr das zu realistisch, zum Beispiel bei „Dollerupholz“. Das hat ihr dann gar nicht mehr gefallen und sie hat es übermalt, bis es wieder abstrakter war. Sie beschreibt ihr Malen als ein Experiment: „Das ist ein Prozess, bei dem ich an nichts anderes mehr denke – einfach machen.“ „Ich finde auch etwas ohne zu suchen“, sagt Barbara Noll. „Ich arbeite nicht konzeptionell. Es muss sich bei mir fügen“, erklärt sie. Oft arbeitet sie mit Sachen, die Menschen weggeworfen haben und die sie „zu etwas Schönem führt“. Dabei stellt sie oft sehr viele Materialien zu einem Objekt zusammen – zum Beispiel Holz, Papier, Leinen und Gips in dem Werk „Häutungen“. Viel gefunden hat sie an einem Teich in Schinkel, an dem Bauern in einer Kuhle offenbar vor Jahrzehnten ihren Eisen-Schrott abgelegt haben. So entstand aus dem Drehrad einer alten Nähmaschine das Werk, das nach einem Rilke-Gedicht Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen benannt ist. Die beiden, die sich selbst nicht als Künstlerinnen bezeichnen möchten, haben ein gemeinsames Atelier in Kiel. Die Ausstellung in Laboe ist bereits ihre dritte gemeinsame Ausstellung, die deshalb Fundwerke III heißt. Monika Winschermann war Kunsterzieherin und malt erst für sich, seit sie in Pension ist. Barbara Noll ist Psychotherapeutin.

Fundwerke III, Objekte aus Fundmaterialien, Malerei und Druckgrafik von Barbara Noll und Monika Winschermann, Eröffnung am Sonnabend, 13. Januar, 16 Uhr, mit musikalischer Begleitung. Danach sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr im Freya-Frahm-Haus in Laboe, Strandstraße 15  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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