Bürgerpreis geht an den Verein Ole Schippn

Jens Zywitza nimmt stellvertretend für die 180 Mitglieder des Vereins Ole Schippn Laboe den Bürgerpreis 2017 entgegen. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst (li.) und ihre Stellvertreterin Wiebke Eschenlauer verabschiedeten sich in ihren Reden aus ihren Ämtern

Laboe. Großer Andrang herrschte gestern beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ostseebad Laboe in der Grundschule. Neben dem Rück- und Ausblick stand vor allem die Vergabe des Bürgerpreises 2017 im Mittelpunkt. Der ging an die Mitglieder des Segelvereins Ole Schippn Laboe (OSL). Gleichzeitig verabschiedeten sich Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst und ihre Stellvertreterin Wiebke Eschenlauer mit Blick auf die Kommunalwahl im Mai bei den Bürgern aus ihren Ämtern. Für eine beschwingte musikalische Begleitung sorgten die drei Musiker von Seaside Shadows aus Laboe. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei allen Ehrenamtlern für die geleisteten Stunden und den persönlichen Einsatz sowie bei den Gemeindevertretern für ihre Loyalität. „Es ist nicht immer leicht gewesen, dieses Amt auszuführen“, so Mordhorst. Sie erinnerte in ihrem Rückblick an das Thema Schwimmhalle, wertete es als positives Signal, dass einige Umlandgemeinden – ebenso wie der Kreis Plön – sich bereit erklärt hatten, sich an einer Machbarkeitsstudie zu beteiligen. Die Bürgermeisterin betonte aber auch, dass die Neuverschuldung bis 2021 von jetzt 7,8 Millionen Euro auf 11,6 Millionen Euro anwachsen werde. Dies sei eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2300 Euro. Mordhorst nannte Aufgaben wie der Regenwasserentlastungskanal, das neue Baugebiet, Schulen, Kindergärten und Brandschutz als Schwerpunkte. Sie wünschte der neuen Gemeindevertretung nach den Kommunalwahlen am 6. Mai eine harmonische, vor allem aber eine kontinuierliche Arbeit, so Mordhorst. Gegenüber unserer Zeitung sagte sie, dass sie sich eine kommunalpolitische Pause verordnen werde. Auch Wiebke Eschenlauer erklärte, sie wolle sich aus ihrem Amt verabschieden. Doch zuvor überreichte sie in einer sehr persönlich gefärbten Rede den Bürgerpreis an Jens Zywitza, Vorsitzender des Vereins Ole Schippn Laboe (OSL). Er nahm bewegt die Ehrung entgegen und erinnerte an die Anfänge dieses „Gesellschaftsvereins mit Segelbeteiligung“, wie er sagte. Es war im August 2000, als auf Initiative von Detlef Boje (verstorben im Frühjahr 2017) einige segelbegeisterte und zugleich historisch interessierte Laboer den Verein Ole Schippn Laboe aus der Taufe hoben. Klar war: Der Verein soll nicht nur das Segeln fördern, sondern auch das Zusammenleben aller Generationen. Die Mitglieder haben sich die Pflege und den Erhalt alten Kulturguts aus der traditionellen Schifffahrt auf die Fahnen geschrieben. Zugleich wollen sie das Laboer Hafenbild beleben. Ein Schwerpunkt des gemeinnützigen Vereins ist zudem die Förderung der Jugendarbeit. Auch gehörte der Verein zu den Initiatoren von „Drei in einem Boot“, einem überregional anerkannten und viel gewürdigten Jugendprojekt. Das Leuchtturmprojekt aber ist der jährliche kostenlose Segeltörn für die Viertklässler der Laboer Grundschule mit dem Plattbodenschiff „de Albertha“. Dafür, so erklärte der Vorsitzende Jens Zywitza, haben zu Beginn die Mitglieder des Vereins „tief in die Tasche“ gegriffen. Mittlerweile sei es gelungen, Fördermittel und private Spenden einzuwerben. Rund 6000 Euro werden jährlich benötigt, die Hälfte davon trägt der Verein selbst. Zywitza bedankte sich im Namen aller rund 180 Mitglieder von OSL, die sich in verschiedenen Gruppen (Restaurierung) Jugendarbeit, Shantychor, Vorstand) einbringen. „Es ist schon schwer, den Preis auch für zwei Freunde entgegenzunehmen, die schon verstorben sind“, erinnerte Zywitza an Detlef Boje und Rolf Rathje, der jeden der Törns begleitet habe.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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