Hafenpavillon im Sanierungsstau

Der Laboer Hafenpavillon steht seit 2014 unter Denkmalschutz. Die GAL-Fraktion hat nun die Erstellung eines Sanierungsplans angestoßen. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1894 und wurde als Rettungsschuppen gebaut

Laboe. Der Hafenpavillon am Laboer Hafen rückt wieder in den Fokus der Laboer Ortspolitik. Den Anstoß dafür gaben die Grünen Aktiven Laboe (GAL) in der Sitzung des Bauausschusses. Sie stellten den Antrag, nach einer Bestandsaufnahme notwendige Sanierungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen, um dieses ortsbildprägende Kleinod zu erhalten. Zur nächsten Sitzung im April soll ein Sanierungsplan einschließlich Fördermöglichkeiten vorgelegt werden. Einstimmig folgten die Mitglieder des Ausschusses dem Antrag der GAL. Es ist zwei Jahre her, dass Landeskonservator Michael Paarmann der Gemeinde Laboe die Plakette übergeben hatte, die den Hafenpavillon als Kulturdenkmal ausweist. Seitdem hat sich am Gebäude nichts getan, doch der Sanierungsstau ist seit vielen Jahren bekannt. Die Diskussion um den Erhalt und die Nutzung reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. 2004 gab es ein umfassendes Gutachten darüber, welche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind, um das Gebäude langfristig zu erhalten. Das damalige Kostenvolumen: 550 000 Euro. Seit 2014 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, was eine in früheren Jahren viel diskutierte Veräußerung scheitern ließ. Im Rahmen der Haushaltsplanung hatte die Gemeinde Laboe nun für 2021 eine Investitionssumme von 150 000 Euro für das Gebäude vorgesehen. Das sei zu spät, meint die GAL und fand darin breite Unterstützung. Man sehe sehr viel früher Handlungsbedarf, um dieses Ensemble im Stil der Bäderarchitektur zu erhalten und teilweise wiederherzustellen, meinte Ulrich Schäfer (GAL). Seine Fraktion fordert eine Bestandsaufnahme und einen daraus folgenden Sanierungsplan. Es sei wünschenswert, dass sich die Gemeinde dabei von der Denkmalbehörde beraten lässt, um die Maßnahmen auch in Kooperation mit den Nutzern und Pächtern des gemeindeeigenen Gebäudes umzusetzen. Entsprechende Fördermittel sollen eingeworben werden. LWG und SPD stimmten dem Vorschlag zu, die CDU verwies auf das vorliegende Gutachten von 2004. Dies sei eine gute Grundlage, alle Vertreter sollten dieses zunächst lesen, bevor eine Abstimmung erfolge, meinte Horst Etmanski. Die anderen Fraktionen sahen keine Notwendigkeit, die Abstimmung zu vertagen (Grüne: „Das ist unsinnig“) und folgten dem GAL-Antrag einstimmig (Etmanski enthielt sich). Für Jürgen Schröder (LWG) ist klar: „Bevor wir über Maßnahmen reden, müssen wir wissen: Was kostet was?“, erklärte Schröder. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst kündigte an, den Fraktionsvorsitzenden die gesamte Akte „Hafenpavillon“ zu übergeben. Sie verwies auch auf zurückliegende Bestandsaufnahmen. Zwar sei 2004 dem Gebäude eine „relativ gute Bausubstanz“ bescheinigt worden, jedoch seien vor allem Dach (geschätzte Kosten: 130 000 Euro) und Elektrik in einem desolaten Zustand, erinnerte Mordhorst. Nun sollen kurzfristig alle Fraktionen auf den gleichen Informationsstand gebracht und das Thema in der nächsten Sitzung weiter beraten werden.

Quelle: Kieler Nachrichten

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