Im Wirtschaftsplan taucht Schwimmmeister auf

Die Gebührensatzung für den Hafenbetrieb liegt derzeit noch nicht vor. Dennoch stimmten die Ortspolitiker dem Wirtschaftsplan mehrheitlich zu. Foto: Astrid Schmidt

Der Wirtschaftsplan 2018 für den Laboer Eigenbetrieb aus Schwimmhalle, Hafen und Tourismus reißt alte Wunden auf. Annette Kleinfeld von der Laboer Wählergemeinschaft (LWG) erklärte in der Sitzung des Werkausschusses, sie werde dem Plan nicht zustimmen. Ein Grund: Unter anderem wurde im nicht öffentlichen Teil über die Personalkosten für einen neuen Schwimmmeister beraten. Angesichts eines Defizits von rund 500 000 Euro könne sie weitere Kosten für die Schwimmhalle nicht mit ihrem Gewissen verantworten, sagte Kleinfeld. Dennoch erhielt das Zahlenwerk die mehrheitliche Zustimmung. Im nächsten Schritt berät der Finanzausschuss den Plan, bevor die Gemeindevertretung darüber endgültig beschließt.  Zudem kritisierte Kleinfeld erneut, dass die ehrenamtliche Bürgermeisterin gleichzeitig die Werkleitung inne hat. Die LWG habe daher einen hauptamtlichen Werkleiter gefordert. Auch Claudia Bern (LWG) verweigerte dem Wirtschaftsplan ihre Stimme. Da half auch die Beteuerung der Bürgermeisterin nichts, es handele sich ja lediglich um Planzahlen. Kritisch wurde von allen Fraktionen gesehen, dass man im Bereich Hafenbetrieb über Einnahmen befinden solle, obwohl die gültige Gebührenordnung noch immer nicht vorliege. Kritik gab es auch für die laut Plan sinkenden Einnahmen im Hafenbetrieb.  Ein Knackpunkt waren außerdem die Kosten für die Veranstaltungen. Die waren von 35 000 Euro auf rund 41 000 Euro gestiegen, was für eine kritische Nachfrage von Horst Etmanski (CDU) sorgte. Wie Christian Bohnemann, verantwortlich für Veranstaltungen im Tourismusbetrieb der Gemeinde Ostseebad Laboe, werde man künftig die Veranstaltungen nicht mehr fremd vergeben, sondern selbst realisieren. Das bedeute zunächst mehr Kosten, wie etwa für Technik, Bühne oder anderes Equipment, unter dem Strich generiere man aber auch mehr Einnahmen, so Bohnemann. Er erhielt von den Vertretern ein großes Lob für das von ihm vorgestellte Programm. Bei dem geringen Budget sei es eine große Leistung, ein so abwechslungsreiches Angebot zu schaffen. Im Publikum saßen etliche Vertreter des Laboer Skate-Vereins. Sie wollten wissen, wie der Stand der Dinge in Sachen Skaterbahn ist. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst erklärte, dass die Anträge auf Zuschüsse nach der Bestätigung durch die Aktivregion Ostseeküste vom zuständigen Ministerium genehmigt werden müssten. Man warte noch auf die Baugenehmigung, nachgefordert worden sei noch die Lärmschutzprognose. „Die benötigten Komplementärmittel sind in den Haushalt 2018 eingestellt“, so Mordhorst weiter. Sie informierte außerdem darüber, dass sich die Fertigstellung der Jahresrechnung durch die Personalsituation weiter verzögere und vermutlich Mitte Februar beraten werden könne.  Auf Anregung des Ausschussvorsitzenden Marc Wenzel (LWG) soll künftig der Kostenanteil des Bauhofs für Veranstaltungen explizit ausgewiesen werden. Dies erlaube eine höhere Transparenz, um die tatsächlich anfallenden Kosten für den Veranstaltungsbereich ermitteln zu können. Aktuell sind Bauhofkosten von 219 000 Euro für den gesamten Bereich Tourismus veranschlagt.  

Quelle: Kieler Nachrichten

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