Bunte Obstteller locken nicht jeden

Felix (links) und Louis mögen von dem Obstteller, für den Schulassistentin Karin Lang wirbt, nur die Bananen. Foto: Thomas Christiansen

Die Neubaugebiete in Laboe werden sich auf die Grundschule auswirken. „Die Schule hat noch Kapazitäten für Wachstum, die Offene Ganztagsschule nicht mehr“, sagt Schulleiterin Claudia Telli. Das betrifft besonders das Essen, zu dem immer mehr Kinder kommen. Das Interesse an Obst ist aber gering. Nach den Weihnachtsferien erhielt die Schule die erste Lieferung, die aus dem EU-Schulprogramm „Obst, Gemüse, Milch“ finanziert wird. „Wir haben uns für Bio-Obst entschieden“, sagt Telli. Das wird nun zweimal pro Woche geliefert und jeden Schultag in der Cafeteria angeboten. „Wir integrieren das Obst in den Frühstücksdienst. Es ist eine wunderbare Ergänzung. Wir können dadurch deutlich vielfältiger und auch hochwertiger anbieten“, erklärt Telli. Heute schnippeln Imke Tappendorf und Svenja Kudoke-Heuken das Obst in mundgerechte Happen. Die beiden gehören zu den vielen Müttern und wenigen Väter, die sich im Frühstücksdienst engagieren und dort zum Beispiel auch Brötchen verkaufen. Die frischen bunten Obstteller locken jedoch längst nicht alle Schüler. Collin (6) mag Banane eigentlich, heute aber nicht. Felix (8) mag nur die Banane, Gerila (8) nur Trauben und Louis (10) auch nur Banane. „Es gibt auch Kinder, die essen alles“, versichert Schulassistentin Karin Lang. Bei anderen ist dagegen viel Werbung notwendig: „Viele sind das nicht gewohnt“, erklärt Lang, die dabei hilft, den Kindern den Umgang mit Obst zu erleichtern. Manche kennen nicht einmal alle Obstsorten. Richtig voll wird es in dem Raum zur Mittagszeit. Derzeit sind 89 Prozent der 155 Schüler zum Essen angemeldet, das mittlerweile in zwei Schichten ausgegeben wird. Schwierig wird es nicht nur in der Cafeteria, sondern auch in der eigentlich nur für eine Kapazität von 60 Essen gebauten Küche. „Das wird knapp“, sagt Telli. Die Schulleiterin ist zuversichtlich, dass die Gemeinde rechtzeitig in die Planung gehen werde, um für Schulräume und die Offene Ganztagsschule mehr Platz zu schaffen, wenn die Neubaugebiete kommen. Doch für das Mittagessen ist jetzt schon „die Grenze der Kapazitäten erreicht“. Dafür sei auch die Küche nicht ausgelegt. Das Problem sei aber, dass die Räumlichkeiten nicht so einfach erweitert werden können. Nicht nur das Mittagessen, auch die Hausaufgabenbetreuung und andere Angebote der Offenen Ganztagsschule sind zunehmend gefragt. „Und der Wunsch nach Ferienbetreuung wird immer häufiger geäußert“, sagt Telli. Ganz neu im Angebot ist Handball. In Kooperation mit dem Handballverband Schleswig-Holstein wird jetzt ein Handball-Kurs angeboten. „Das ist sehr stark gewählt worden“, sagt Telli.  

Quelle: Kieler Nachrichten

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