Wildwuchs im Laboer Naturerlebnisraum soll bleiben

Soll der Naturerlebnisraum Dünenlandschaft regelmäßig gepflegt werden? Die Grünen Aktiven Laboe konnten sich mit ihrem Antrag auf regelmäßiges Geld für Pflege und Rückschnitte nicht durchsetzen. Foto: Astrid Schmidt

Die Dünenlandschaft in Laboe ist ganz bewusst als „Naturerlebnisraum“ ausgestaltet und sogar vertraglich festgeschrieben. Doch wie viel Naturerlebnis will die Gemeinde und wann soll eingegriffen werden? Darüber gab es im jüngsten Ausschuss für Umwelt, Liegenschaften und Energie eine rege und kontroverse Diskussion. Der Antrag der Grünen Aktiven Laboe (GAL) auf eine eigene Haushaltsstelle für die Pflege und Unterhaltung des Areals wurde mit acht zu drei Stimmen abgelehnt. Grünen-Fraktionsmitglied Michael Meggle erinnerte daran, dass der Kreis Plön Fördermittel für die Unterhaltung des Naturerlebnisraums abgelehnt habe. Er plädierte für eine eigene Haushaltsstelle Dünenlandschaft, auch als „Erinnerung, dass wir dort etwas tun müssen“, sagte er.  Ein Gegenargument von Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst: In der Gesamtsumme von 219 000 Euro Bauhofkosten seien bereits die Arbeiten enthalten, die ohnehin regelmäßig im Naturerlebnisraum erfolgen. Die Mitarbeiter des Bauhofes seien mit den laufenden Arbeiten im Gemeindegebiet allerdings bereits überlastet, sodass die Dünenlandschaft meist „hinten runterfalle“, erklärte Meggle. Er hatte den Antrag für die GAL gestellt und darauf hingewiesen, dass die „fortschreitende Verbuschung eingedämmt“ werden müsse. In „ausgewählten Zonen“ sollten Gehölze beschnitten werden, um „schnellstmöglich“ den Wildwuchs unter anderem der Kartoffelrose einzudämmen. Die GAL plädierte dafür, jährlich 1000 Euro im Haushalt explizit für die Dünenlandschaft bereitzustellen. Als Gegenfinanzierung führte Meggle die Senkung der Kreisumlage ab 2018 ein, wodurch die Gemeinde rund 15 000 Euro einspare. Andrea Harrje betonte, dass die Kartoffelrose bereits so weit fortgeschritten sei, dass man dem Wildwuchs kaum noch Herr werde. Es mache keinen Spaß, durch meterhohe Büsche zu wandern, wenn man von der eigentlichen Strandvegetation nichts mehr sehe, entgegnete sie den Argumenten von Uwe Dierk (CDU), die Natur solle man wachsen lassen, um sie erleben zu können. Dieter Rauschenbach (SPD) sprach sich vehement gegen eine Haushaltsstelle aus. Die Grünen seien immer schnell dabei, „Geld zu fordern“. „Wir haben sechs Millionen Euro Schulden“, erklärte er. Seine Fraktionskollegin Inken Kuhn plädierte dafür, notwendige Arbeiten eher an eine Fachfirma als an den Bauhof zu geben. Ausschussvorsitzender Jörg Erdmann (CDU) sprach sich dafür aus, „alles erst einmal wachsen zu lassen“. „Wir halten die Wege frei und gucken in zehn Jahren mal, was die Natur gemacht hat“, sagte er. 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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