Für die Bildung durch Höhen und Tiefen

Elisabeth Groneberg (rechts) verbindet man in Laboe von Beginn an mit der Volkhochschule. Die Seniorin, die in wenigen Tagen ihren 102. Geburtstag feiert, gab noch bis zum vergangenen Jahr ihren Kursus. Foto: Astrid Schmidt

Am 23. Februar wird die Volkshochschule Laboe 70 Jahre alt. Seither wird sie ehrenamtlich geleitet und organisiert. Ein Mitglied und zugleich eine Kursleiterin der ersten Stunde ist Elisabeth Groneberg. Die Seniorin kann sich noch gut an die Anfänge der VHS Laboe erinnern.  Die hatte Höhen und Tiefen, in späteren Glanzzeiten (etwa 2013) nahmen über 1800 „Schüler“ an bis zu 157 Kursen teil, wie die Vorsitzende Hildegard Witzki berichtete. Wichtig für sie: „Der Verein steht finanziell auf ganz sicheren Füßen“. Und angesichts schwankender Nachfragen, Trends und Moden gibt sie das Motto aus: „Alles ist im Fluss“. Die Anfänge der VHS gehen auf den damaligen „Laboer Kulturring“ zurück. Der wollte allen Erwachsenen lebenslanges Lernen ermöglichen, stellte in einer Informationsveranstaltung am 23. Februar im damaligen Hotel Laboe das Konzept zur Gründung der Volkshochschule vor und stieß auf offene Ohren. Doch es ging langsam voran. 1950 gestaltete die VHS zur Laboer Woche einen „Abend mit Dichtung und Musik“. Die Trägerschaft blieb zunächst beim Kulturring. Zum Vorstand gehörten seinerzeit noch Bürgermeister und Bürgervorsteher, der Gemeindeinspektor erledigte das Administrative.  Elisabeth Groneberg begrüßte diese neue Einrichtung besonders: „Ich war damals in einem Malkursus und musste dafür nach Heikendorf fahren“, erzählte sie. Da habe sie dann festgestellt, dass „fast alles Laboer in dem Kursus“ saßen. „Na, da kann der Dozent doch lieber nach Laboe kommen“, hatte sie damals vorgeschlagen. Mit Erfolg. Das Kursprogramm wuchs langsam. Von Büro-, Steno- und Schreibmaschinenkursen über Malerei und verschiedene Handarbeiten. Dafür zeichnete Groneberg verantwortlich. Puppen, Handpuppen, Teddybären – damit machte sie den Anfang. „Dafür war aber sehr viel Vorbereitung nötig, deshalb habe ich dann mit dem Sticken angefangen“, erklärte sie. Ihre Arbeiten, winzig kleine Kreuzstiche, kunstvoll in Szene gesetzt, sind legendär, hängen in vielen Wohnzimmern und wurden oft ausgestellt. Noch bis zum vergangenen Jahr gab Groneberg ihren Handarbeitskursus. „Er ist jetzt ausgelaufen, aber wir treffen uns weiterhin regelmäßig zum Kaffeetrinken“, erzählt die einstige Lehrerin, die im März ihren 102. Geburtstag feiert. Für sie ist klar: Die VHS hat ganz sicher zu ihrer bis heute geistigen Fitness und Aktivität beigetragen.  Mitte der 1970er-Jahre zog sich die Gemeinde aus der VHS zurück. Die Folge davon war 1983 die Gründung eines Vereins. Ehrenamtlich wurde das Kursprogramm stets den sich rasant ändernden Bedürfnissen angepasst. Sprachen hatten ebenso ihr Hoch wie Sport- und Gesundheitskurse, Kochen, PC-Kurse und das Malen. „Es geht immer auf und ab“, weiß Hildegard Witzki. Seit zehn Jahren ist sie „die gute Seele“ des Vereins, wie Groneberg beschreibt. Witzki selbst sieht sich als „die Konstante“, die über diesen Zeitraum Vorstandsarbeit in verschiedenen Funktionen als Teamarbeit gesehen und viele Veränderungen miterlebt hat. Vor zehn Jahren hatte sie unter anderem den Kulturkreis mit ins Leben gerufen, in dem heute etwa 40 Personen aktiv sind. In diesem Jahr werden 32 Dozenten an der VHS Laboe für ein breit gefächertes Kursangebot sorgen. Gefeiert werden soll dieser runde Geburtstag nicht. Das heben sich die Laboer VHS-Aktiven für den 75. Geburtstag auf.  

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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