Inken Kuhn will Bürgermeisterin werden

Hat sich drei Jahre auf die Aufgabe vorbereitet:Inken Kuhn (SPD) würde das Amt ehrenamtlich führen und den hauptamtlichen Mitarbeitern des Eigenbetriebes nach ihren Fähigkeiten Verantwortung übergeben. Foto: Astrid Schmidt

Die Kommunalwahl am 6. Mai dürfte in Laboe besonders spannend werden. Denn klar ist bereits, dass die ehrenamtliche Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst nicht wieder kandidiert. Sie gönnt sich nach dreijähriger Amtszeit eine kommunalpolitische Pause, wie sie auf Anfrage der Kieler Nachrichten sagte. Dafür stehen gleich zwei Interessenten in den Startlöchern, die sich auf das Amt freuen und mit sehr unterschiedlichen Ansätzen antreten: Inken Kuhn (SPD) möchte das Amt übernehmen, ebenso wie Marc Wenzel (Grüne). Wenzel allerdings strebt das Amt nur übergangsweise an, bis ein neuer hauptamtlicher Bürgermeister kommt. Die Bilanz der Amtsinhaberin fällt zweigeteilt aus: „Ich hätte gern noch so vieles zu Ende gemacht, aber fertig wird man in diesem Amt nie“, sagt Mordhorst. Auf der anderen Seite sei die Zeit aber auch „sehr anstrengend“ gewesen. vor allem durch den oft auch ins Persönliche gehenden Umgang in der Gemeindevertretung miteinander. „Das „Das kostet Kraft und Nerven“, räumt die 59-Jährige ein.  Das Bürgermeisteramt bezeichnet sie als eine „spannende Aufgabe, die jeden Tag etwas Neues bereit hält. Aber es soll auch Spaß machen“. Seit dem Jahr 2000 ist sie kommunalpolitisch für die SPD aktiv. Im Mai 2015 folgte sie auf Walter Riecken, der im September 2013 die Lücke geschlossen hatte, die Michael Meggle (Grüne) seinerzeit mit seinem Rücktritt nach nur wenigen Tagen im Amt hinterlassen hatte. „Es war eine wilde Zeit“, sagt Mordhorst rückblickend. Gleichwohl habe sie viel für sich gelernt und wolle diese Erfahrungen nicht missen. Auch schließe sie nicht aus, zu späterer Zeit wieder in der Ortspolitik aktiv zu werden.  Marc Wenzel ist bereit, für eine „Übergangszeit“ das ehrenamtliche Amt des Bürgermeisters zu übernehmen. Allerdings, so betont der 58-Jährige, stehe er mit seiner Partei für einen Wechsel vom Ehrenamt zum Hauptamt ein. „So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben, es geht nicht voran“, meint er. Eine Gemeinde wie Laboe brauche einen hauptamtlichen Bürgermeister, davon seien er und die Grünen überzeugt. „Wir wünschen uns einen externen Bewerber, den wir gezielt suchen sollten, den die Bürger vorher kennenlernen“, sagt Wenzel.  Ziel sei es, bis Ende des nächsten Jahres den Wechsel zu vollziehen. Dafür allerdings müssten sich die Grünen mit dieser Haltung durchsetzen. Einen ähnlichen Vorstoß gab es bereits aus den Reihen der LWG, der seinerzeit allerdings keine Mehrheit fand. Die LWG steht für die Teilung der Aufgaben zwischen Bürgermeister und hauptamtlicher Werkleitung. Für Wenzel ist klar: „Wenn der Wechsel nicht gelingt, stehe ich selbstverständlich im Wort und übernehme die Verantwortung.“  Die SPD stellt mit Inken Kuhn eine neue Kandidatin auf, die es sich auf die Fahne schreibt, dieses Amt ehrenamtlich auszuführen. „Wir brauchen keinen hauptamtlichen Bürgermeister, wenn wir die hauptamtlichen Mitarbeiter des Eigenbetriebes ihren Fähigkeiten nach einsetzen, sie führen und ihnen Verantwortung übergeben“, sagt die 47-Jährige. Sie habe sich drei Jahre lang auf diese Aufgabe vorbereitet und sich in Sachen Kommunalverwaltung weitergebildet. Große Sorge bereite ihr der Nachwuchs, denn die Parteien hätten immer weniger davon und immer größere Mühe, die Listen zu besetzen. „Daran müssen wir arbeiten“, sagt Kuhn. Wichtig sei ihr auch das Netzwerk, das sie landesweit in der Zeit geknüpft habe. „Ich habe die Rückenstärkung meiner Fraktion.“  

Quelle: Kieler Nachrichten

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