Laboes Grüne suchen Verbündete

Marc Wenzel (Grüne) will ehrenamtlicher Bürgermeister von Laboe werden. Allerdings nur für eine Übergangszeit, denn die Grünen wollen die Umkehr zur Hauptamtlichkeit erreichen

Laboe/Probstei. In etlichen der 20 Probstei-Gemeinden bringt die Kommunalwahl deutliche Veränderungen. So werden beispielsweise in Laboe die Mehrheitsverhältnisse kräftig durcheinander gewirbelt. Statt wie bisher 24 Vertreter aus zeitweise sechs Fraktionen sitzen nun 17 Vertreter aus vier Fraktionen sowie der Einzelbewerber Karl-Christian Fleischfresser (5,37 Prozent) am Tisch. Neu dabei ist auch die FDP mit jeweils einem Sitz in Wendtorf und Stein. In fast allen Kommunen musste die SPD Verluste hinnehmen. Ausreißer ist Stoltenberg. Dort gab es ein sattes Plus für die SPD von 9,17 Prozentpunkten. In Laboe wurden die Grünen zwar stärkste Kraft, büßten aber 7,29 Prozentpunkte der Stimmen gegenüber 2013 ein. Dennoch ziehen sie mit fünf Sitzen in die Gemeindevertretung ein. Die CDU gewinnt knapp zwei Prozentpunkte hinzu und erreicht damit vier Sitze, ebenso wie die LWG, die auch vier Sitze erhält und um 4,58 Prozentpunkte zulegte. Der große Verlierer ist die SPD mit einem Verlust von 4,62 Prozentpunkten und jetzt drei Sitzen in der Vertretung. Die Besonderheit in Laboe: Dort hatten die Grünen im Falle ihres Wahlsiegs angekündigt, den Kurs zum hauptamtlichen Bürgermeister einschlagen zu wollen, Marc Wenzel will für die Übergangszeit ehrenamtlicher Bürgermeister werden. Er freute sich über das „bombastische Ergebnis“. „Wir werden jetzt Gespräche führen, um für unseren Kurs Verbündete zu finden. Denn dafür sind wir gewählt“, ist Wenzel überzeugt. Mit dem Stimmenverlust der SPD muss vor allem Inken Kuhn erst einmal fertig werden. Sie hatte ebenfalls das Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin antreten wollen. Ob sie angesichts der „dramatischen“ Entwicklung dabei bleibt, sei noch nicht klar, sagte sie auf Nachfrage. Sie sieht zum einen den Bundestrend als Ursache, zum anderen aber habe man offenbar mit den SPD-Themen wie unter anderem sozialer Wohnungsbau nicht punkten können, so Kuhn weiter. Auch in Schönberg verlor die SPD, wie berichtet, an Zuspruch. Dennoch zeigte sich Fraktionssprecher Wolfgang Mainz „nicht betrübt“. „Wir hatten nicht damit gerechnet, sechs Sitze zu bekommen“, sagte er. In den kleineren Gemeinde zeigt sich der Trend hin zu Wählergemeinschaften sehr deutlich. In etlichen Gemeinden war die SPD gar nicht erst angetreten, stattdessen sind es Wählergemeinschaften wie in Bendfeld, Barsbek, Fahren, Krokau, Brodersdorf, Passade, Fiefbergen und Lutterbek, die die Ortspolitik gestalten. In Krummbek, Prasdorf und Wisch ist die SPD zwar noch dabei, aber auch dort verlor sie im Durchschnitt fünf Prozentpunkte.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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