Hauptamtlichkeit wird erst mal vertagt

Petrowski (CDU): Wir haben die Rückkehr zur Hauptamtlichkeit im Wahlprogramm und sollten diese Grundsatzentscheidung treffen. Meggle (Grüne): Ja, wir wollen einen hauptamtlichen Bürgermeister. Aber lasst uns das Organisationsgutachten abwarten.

 

LABOE. Gleich zu Beginn der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertreter in Laboe gab es eine lange Diskussion über die Rückkehr vom Ehrenamt zur Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters. Die CDU hatte den Antrag gestellt, diesen Beschluss direkt zu fassen, die LWG sprach sich dafür aus, die Entscheidung bis nach der Sommerpause zu vertagen. Man wolle erst das in Auftrag gegebene Organisationsgutachten abwarten, sagte Fraktionssprecher Jan Plagmann. Dem folgte schließlich auch die Grünen-Fraktion. Wie Günter Petrowski (CDU) erklärte, habe seine Partei die Umkehr vom ehrenamtlichen zum hauptamtlichen Bürgermeister ganz bewusst in das Wahlprogramm aufgenommen. Nun wolle man auch zeigen, dass es ihnen damit ernst ist und die Hauptsatzung entsprechend ändern, sagte er. Man habe in Abstimmung mit der Amtsverwaltung den Zeitpunkt 1. Juni 2019 gewählt, um ausreichend Zeit für die Kandidatensuche zu haben, sagte der CDU-Vertreter. Die SPD sprach sich gegen den Antrag aus, da sie „zum jetzigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit“ für einen solchen Wechsel sehe, erklärte Tobias Slenczek. Die LWG appellierte an die CDU, den Antrag zu vertagen, um mehr Zeit zu haben, das Für und Wider abzuwägen. „Eine so weitreichende Entscheidung wollen wir nicht übers Knie brechen“, sagte Jan Plagmann. Die LWG war ursprünglich angetreten, einen hauptamtlichen Werkleiter einzusetzen und beim Ehrenamt des Bürgermeisters zu bleiben. Michael Meggle (Grüne) beantragte eine Sitzungsunterbrechung. Nach Beratung der Grünen-Fraktion folgten die Vertreter dem LWG-Antrag auf Vertagung bis nach den Sommerferien. Das löste bei den übrigen Ortspolitikern Verwirrung aus. Denn gerade die Grünen waren mit diesem Ziel in den Wahlkampf gezogen. Marc Wenzel hatte unter anderem seine Kandidatur damit begründet, als Übergangsbürgermeister zu fungieren und bis 2019 für das Ostseebad Laboe wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister zu suchen. „Wollt Ihr einen Hauptamtlichen oder nicht?“, fragte Petrowski. Er könne nicht verstehen, was sich in der Zeit bis nach den Sommerferien an der Situation ändern soll. „Keine Schieberitis. Hier geht es um eine Grundsatzentscheidung.“ Er halte an seinem Antrag fest, erklärte Petrowski. Mit neun zu sieben Stimmen wurde der Antrag vertagt. asc 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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