Nächstenliebe op Platt

Maleen undKlaus Westermann sowie Monika Boje danken dem Plattschnacker Achim Schuldt im Anschluss an seine plattdeutsche Predigt in der Anker-Gottes-Kirche für seine ebenso humorvolle wie tiefgehende Botschaft. Foto: Astrid Schmidt

 

LABOE. Alles ist nichts ohne die Liebe – dieses Motto zog sich durch den besonderen Gottesdienst in der Laboer Anker- Gottes-Kirche. Den gestaltete Plattschnacker Achim Schuldt gemeinsam mit Gesa Lantau vom Kirchengemeinderat auf Plattdeutsch. Der neue Pastor Daniel Kuhl räumte ein, der niederdeutschen Sprache nicht mächtig zu sein und las seine Liturgie auf Hochdeutsch. Er betonte, er sei sehr froh, jemanden wie Achim Schuldt an seiner Seite zu haben, der mit seiner Art die Menschen in der Kirche begeistert. Bisher war der Herbst die Zeit für „Plattdütsch in uns Kark“ und das ist eigentlich „was für uns Plattdütsche“, sagte Achim Schuldt im Anschluss an diesen besonderen Gottesdienst. 70 Menschen fanden den Weg in die Kirche an diesem sonnigen Sonntagmorgen – weit mehr als üblich, räumte Pastor Kuhl ein. Deshalb sei er auch sehr aufgeschlossen für derartige Besonderheiten, und man habe ganz bewusst den Termin in die Kieler Woche gelegt, um auch Gästen und nicht nur Einheimischen die kirchliche Botschaft auf Plattdeutsch nahebringen zu können. Das Thema war top aktuell: Nächstenliebe. Und es wäre nicht Achim Schuldt mit seiner feinen Art, den Humor mit einem tieferen Sinn zu verbinden, wenn er nicht auch mit manchem Augenzwinkern Dinge angesprochen hätte, die sich im Alltag nur allzu oft durchsetzen. Denn der Kampf um das eigene Ego, das ständige Streben nach mehr vernebele schnell den Blick auf den den Nächsten, meinte Schuldt. Draußen erhielt er von den Besuchern wie Maleen und Klaus Westermann aus Heikendorf großes Lob. „Das war großartig“, sagte Maleen Westermann. Sie waren nicht zum ersten Mal dabei, wenn Achim Schuldt auf die Kanzel steigt. Ob es im November noch einmal einen plattdeutschen Termin gibt, sei noch nicht klar, sagte Schuldt. Er freute sich über die Kollekte, die an diesem Tag dem maßgeblich von ihm und seiner Ehefrau Sabine vor etlichen Jahren initiierten Projekt „Kirche hilft helfen“ zugute kommt. „19 Familien, die sich das sonst nicht leisten könnten, ermöglichen wir davon einen Urlaub“, kündigte Schuldt an. Dafür werden nicht nur die Kollekte in Höhe von 255 Euro, sondern auch viele andere Spenden verwendet, die für „Kirche hilft helfen“ eingeworben werden können. asc 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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