Neues Leben für Rettungswesen

Madeline Speck zeigt eine ausrangierte Rettungsweste, die der Hamburger Künstler Frank Bürmann zu Taschen und vielen anderen Behältnissen verarbeitet, die Nora Jäger von der DGzRS hier präsentiert. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Unter dem Motto „Gerettet“ präsentierten die Vertreter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Laboe ein neues Projekt. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Frank Bürmann (The Art of Hamburg) kommen erstmals ausrangierte Rettungswesten wieder zum Einsatz – als modische Unikate für jedermann. Zu haben sind die Taschen, Etuis und anderen robusten Behältnisse zunächst nur im Info- Zentrum am Laboer Hafen, ab August gibt’s sie auch im Online- Shop der Seenotretter. Die Spezial-Rettungswesten der Seenotretter sind zunächst zehn Jahre im Einsatz, dann müssen sie entweder besonders gewartet oder ausgetauscht werden. Doch was dann damit anfangen? Die Antwort auf diese Frage ergab sich, wie so oft, durch einen Zufall. Denn Frank Bürmann, der sein Studio direkt am Hamburger Hafen hat, liebäugelte mit einem ausrangierten Seenotrettungskreuzer. Das brachte die Marketingabteilung der Seenotretter schließlich auf die Idee des sogenannten Upcyclings – also aus scheinbar wertlosen Stoffen etwas Neues, Nützliches zu schaffen. Da ließ sich Frank Bürmann nicht zweimal bitten und wurde zum „Kreativ-Partner“ der Seenotretter. Er verwandelte inzwischen 60 Rettungswesten zu Taschen, Schlüsselanhängern, Brillenetuis, Schlampermäppchen oder anderem. Dazu verwendet er alle Teile der Weste, auch die Plastik- Hülle für die Namen des Spenders, die Reflektoren und selbst die Vorrichtungen zum Auslösen der Weste. Die bietet mit ihrem Kragen und ihrer Sprayhood verschiedene Farben und Materialien, die Bürmann verarbeitet. „Ich bin mit den Seenotrettern groß geworden und habe schon als kleiner Junge Geld in die Spendenschiffchen gesteckt. Es gibt viele Menschen, die sich mit den Seenotrettern verbunden fühlen“, erklärte Bürmann. Erste Bestellungen für die Umhängetasche habe er schon, berichtete der Designer. Doch: „Der Rohstoff ist endlich“, meinte Nora Jäger von der Zentrale in Bremen. Die nächsten 60 Westen seien bereits in Angriff genommen, insgesamt stünden rund 400 Westen zur Verfügung. „Und jede erzählt ihre eigene Geschichte, jeder Fleck, jede Spur von einem Einsatz“, betonte Madeline Speck, freiwillige Seenotretterin, die Besonderheit dieser Aktion. Die Produkte gibt es zunächst nur bei Jörg Arendt im DGzRS-Informationszentrum in Laboe. Er freut sich über diese neuen Produkte. „Viele Gäste kommen auch, um zu spenden. Nun bekommen sie auch die Gelegenheit, ein besonderes Stück erwerben und gleichzeitig ein gutes Werk tun zu können“, so Arendt. Ab 7. August gibt’s alle Produkte auch im Online-Shop der Seenotretter. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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