Protest gegen Skatepark-Standort

Der Verein Skate Laboe hatte die Skaterbahn als Skatepool vorgeschlagen

Laboe. Der Bau der neuen Skaterbahn im Laboer Rosengarten sollte im September beginnen. Doch jetzt werden Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen den Standort gesammelt. Wenn die Gemeinde deshalb den Baubeginn verschiebt, droht der Verlust der bereits bewilligten Fördermittel. Es schien alles klar. Nach langen Diskussionen stimmte die Gemeindevertretung im Juni 2017 mit 14 zu fünf Stimmen dem Antrag der GAL (Grüne Aktive Liste) zu, im Rosengarten am Hafen einen Skatepark als Skateboat zu bauen und dafür Mittel bei der Aktivregion Ostseeküste zu beantragen. Die stimmte zu, das Landesamt in Flintbek bewilligte die Förderung. Nach Abschluss der Veranstaltungssaison sollte nun in diesem September der Bau beginnen. Doch eine Gruppe um Jan Kruse vom CDU-Ortsverband, der stets gegen den Standort Rosengarten war, initiierte jetzt ein Bürgerbegehren. Der Standort Rosengarten sei „schon aus technischer Sicht ungünstig, da bei Hochwasser die Skaterbahn überflutet“ würde. „Durch den Wegfall der vermietbaren Fläche entstehen bei Veranstaltungen beachtliche Einnahmeverluste“, heißt es in der Begründung für das Bürgerbegehren. „Der Zuspruch ist sehr gut“, sagt Jan Kruse, der mit anderen seit einer Woche Unterschriften sammelt. Am Donnerstag hätten am Stand auf dem Wochenmarkt rund 70 Laboer unterschrieben. „Stimmen Sie gegen den Bau einer Skaterbahn im Rosengarten, und fordern einen Alternativstandort?“, heißt es auf den Zetteln. Für Kruse wäre der Bereich bei der Surf-Schule ein geeigneter Standort. Für Patricia Schoone, Vorsitzende des Vereins Skate Laboe, kommt die Aktion überraschend. Sie erinnerte daran, dass es schon von 1997 bis 2014 eine Skaterbahn im Rosengarten gab, die wegen der Hafenumfeldgestaltung weichen musste. Nach zahlreichen Sitzungen, einer Ortsbegehung und einer Befragung von Kindern und Jugendlichen sei dann endlich ein Neubau am gleichen Standort beschlossen worden. Die Aktion wertet sie deshalb jetzt als „reine Blockade“. Sie betonte, der Skatepool nehme nur ein Randstück des Rosengartens ein und die Hochwasserproblematik sei längst mit dem Architekten geklärt. Bürgermeister Marc Wenzel hofft, dass die Gemeindevertretung am 29. August darüber entscheidet, ob der Bau nun trotz des Bürgerbegehrens gestartet werden soll. Er ist „absolut skeptisch“, dass die notwendige Zahl von Unterschriften erreicht wird, sagt Wenzel: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so viele Menschen in Laboe gibt, die das Projekt ablehnen.“ Sollte die Gemeindevertretung sich für den Bau entscheiden, könnte dieser nach dem Hafenfest beginnen, erklärt Wenzel. „Die Gemeinde tut gut daran, da erst mal nichts zu machen“, meint Jan Kruse. Gebunden wäre die Gemeinde aber erst an einen erfolgreichen Bürgerentscheid. Bevor es dazu kommen kann, müssen die Initiatoren des Bürgerbegehrens die Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten erhalten. Die würden dann vom Amt geprüft, bevor der Kreis die Zulässigkeit des Bürgerentscheids feststellen könnte. In der nach der Gemeindeordnung vorgesehenen Kostenübersicht kommt das Amt Probstei zum Schluss, dass ein erfolgreiches Bürgerbegehren gegen den Standort vermutlich erhebliche Mehrkosten für die Gemeinde bedeuten würde.

Quelle: Kieler Nachrichten

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