Neuer Platz für die "Berlin" im Gespräch

Noch liegt der Seenotrettungskreuzer "Berlin" der DGzRS seitlich an der Südmole im Laboer Hafen. Foto: Thomas Christiansen

 

LABOE. Die Südmole im Laboer Hafen muss dringend saniert werden. 2016 hatten Tauchuntersuchungen großflächige Durchrostungen an den Spundwänden festgestellt. Eine erstes Konzept zur Sanierung schlägt jetzt unter anderem einen neuen Liegeplatz für den Rettungskreuzer „Berlin“ am Kopf der Mole vor. Bürgermeister Marc Wenzel hält die Sanierung der Südmole für eine der wichtigsten Aufgaben in Laboe. Keiner der bisherigen Nutzer solle künftig ausgeschlossen werden, betont er. In Vorgesprächen unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und den Fischern stellte er klar, dass deren Infrastruktur erhalten bleiben soll. Es könnten aber Veränderungen notwendig sein, um auch Fördermittel erhalten zu können. Ina Burbank (Grüne) fordert angesichts der deutlichen Schäden an der Südmole ein rasches Handeln der Gemeinde: „Einerseits wegen der Verkehrssicherungspflicht und andererseits führt noch längeres Warten mit einer Entscheidung zu höheren Kosten.“ Noch gibt es keine Entscheidungen und keine Aufträge. Nach Vorgaben der Gemeinde hat das Ingenieurbüro ITT Port Consult aus Laboe aber jetzt eine erste Konzeptidee für die Sanierung und den langfristigen Erhalt der Südmole vorgelegt. Darin wird vorgeschlagen, Stahlträger vor die bestehenden Spundwände zu rammen. Zwischen die Träger werden Betonfertigteile gehängt und die entstehenden Hohlräume zur alten Spundwand dann ausbetoniert, erläutert Tim Neumann von ITT Port Consult. „Dies entspricht dem bereits aufgegriffenen Prinzip in anderen Hafenbereichen und greift zum einen die Optik wieder auf“, sagt Neumann. Auf der anderen Seite sei so ein „Korsett“ für die Mole auch finanziell deutlich günstiger als neue Spundwände. Die Kosten für diese Variante schätzt er vorsichtig auf etwa 1,8 Millionen Euro netto. Die Konzeptidee sieht die Schaffung einer Fahrspur für Rettungswagen mit einem Wendehammer am Kopf der Südmole vor. Weil es für die neue „Berlin“ am alten Liegeplatz seitlich der Mole etwas eng geworden ist, könnte der Seenotrettungskreuzer künftig mit dem Bug zur Hafenausfahrt am Kopf der Mole liegen. Von dort aus könnte das Schiff dann noch etwas schneller zu seinen Einsätzen auslaufen. Der Molenkopf müsste dazu aber etwas eingekürzt werden, damit die Breite der Hafeneinfahrt zwischen Südmole und Nordmole gleich bleibt, erklärt Neumann. Allerdings würde der Molenkopf dann aber auch etwas verbreitert, damit dort eine Fläche für Container der Seenotretter geschaffen werden kann. Die Fischer würden dieser Konzeptidee von ITT Port Consult zufolge ihre Liegeplätze und Hütten behalten, die Fischerhütten würden aber an den Rand der Mole verlegt. Andere Einrichtungen wie zum Beispiel die Schranke am Anfang der Südmole und der Grillplatz für Segler würden zwar verändert, aber angepasst an das neue Raumkonzept erhalten bleiben. Von Thomas Christiansen 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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