140 Jahre Eintracht

Geselligkeit ist Trumpf: Jan-Hendrik Köhler-Arp übernahm von seinem Schwiegervater Arne Arp das Amt des Vereinsvorsitzenden. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Es war sein Urgroßvater Heinrich Wiese, der den Verein „Eintracht Laboe von 1878“ aus der Taufe gehoben hatte. Arne Arp war bis vor drei Jahren selbst Vorsitzender dieses etwa 120 Mitglieder zählenden Vereins, der sich vor allem die Pflege von Tradition und Geselligkeit auf die Fahne geschrieben hat. Aus Anlass des Jubiläums gibt es eine Bilder- und Dokumentensammlung im Freya- Frahm-Haus, die von Freitag, 5., bis Sonntag, 7. Oktober, zu sehen ist. Vor 140 Jahren am 10. Juli erließ Heinrich Wiese einen „Aufruf zur Gründung eines Vereins mit dem Ziel, das allgemeine Interesse für Geselligkeit und Einigkeit zu wecken“. Wiese betonte: „Dieser Verein soll allen Ständen zugänglich sein.“ Er stieß auf offenen Ohren. Am 10. August 1878 gründete sich der Verein „Eintracht“, Wiese wurde Kassenwart, den Vorsitz übernahm Hauptlehrer Johannes Vetter. Schon im ersten Jahr hatte der Verein laut Kassenbuch 44 Mitglieder. Nun sollte der Verein auch eine Fahne erhalten. Die hatte schwere Zeiten zu überstehen, doch dank des mutigen Einsatzes des späteren Vorsitzenden Willi Arp (Vorsitz von 1906 bis 1933) ist sie bis heute erhalten. „Unter Hitler mussten alle Fahnen vernichtet werden, aber Willi Buer Arp hat sie in seiner Scheune unter den Dachbalken versteckt“, sagt Arne Arp. Sein Vater Karl-Heinz Arp hatte den Vorsitz von 1960 bis 1979 inne. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das 25-jährige Bestehen. „Da bekam der Verein eine zweite, farbenprächtige gestickte Fahne, an der meine Schwester als junges Mädchen selbst mitgestickt hat“, erinnert sich der 76-Jährige. 1951 wurde der Verein zum „Derby-Club“ erklärt. Der richtete Reitveranstaltungen wie das Strandderby aus und vereinte Pferdefreunde und Bauern. Dies währte jedoch nur drei Jahre, bis einstimmig die Rückkehr zur „Eintracht“ beschlossen wurde. „Bei uns gibt es keine Formalien, da geht alles ganz locker zu“, erklärt Jan-Hendrik Köhler-Arp. Er ist seit 14 Jahren in Laboe zu Hause und hat vor drei Jahren den Vorsitz von seinem Schwiegervater Arne Arp übernommen. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem das Karpfenessen zur Adventszeit und der sogenannte „Pingstfridag“ (Freitag nach Pfingsten), wo die „Eintracht“ zu Butt mit Pförtchen und „Stickbeermus“ (Stachelbeermus) einlädt. Mit einer Ausstellung von Fotos und Dokumenten aus der Derby- Zeit erinnert der Verein im Freya-Frahm-Haus an dieses Stück Laboer Ortsgeschichte. Eröffnet wird die Dokumentation um 19 Uhr. Öffnungszeiten: Sonnabend und Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten 

 

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