Flüchtlingsdramen - intensiv dargestellt

Der Fotograf Alexander Eilender hat das Projekt "Überleben am Strand" der Flüchtlingshilfe von den Proben bis zur Aufführung des Theaterstücks begleitet und zeigt jetzt eine Auswahl seiner Fotos. Foto Thomas Christiansen

 

LABOE. Fotos von Alexander Eilender von der Entstehung des Theaterstücks „Überlebende am Strand“ und Zeichnungen des Syrers Ghazwan Assaf zeigt eine Doppelausstellung der Flüchtlingshilfe Laboe, Brodersdorf, Wendtorf, die am Sonntag, 14. Oktober, 18 Uhr, im Freya- Frahm-Haus in Laboe eröffnet wird. „Wir wollen weiter an der Thematik festhalten“, betont Kai Rönnau von der Flüchtlingshilfe. Die Auswahl der Fotos von Alexander Eilender, der seit November 2017 die Proben zu dem Theaterstück begleitet hat, „beschreibt ein Jahr“, sagt der Fotograf. Zu sehen ist auch ein Foto eines Schlauchbootes auf dem Westensee, mit dem die Darsteller bei einem Treffen in der Jugendherberge unterwegs waren. Als die jüngste Darstellerin, die 14-Jährige Rafya aus Syrien, dieses Schlauchboot, das später bei dem Theaterstück auf der Bühne stand, erstmals sah, sagte sie: „Unser Boot war kleiner.“ Wie berichtet zeigt „Überleben am Strand“ von Regisseur Joachim Rathke eine groteske Fernsehshow, in der Flüchtlinge zum Wettbewerb um einen deutschen Pass antreten. Wer verliert, wird sofort abgeschoben. Dabei erzählen die in der Probstei lebenden Flüchtlinge zum Teil ihre eigenen Erlebnisse während ihrer Flucht. Das war für viele extrem schwer, doch zum Beispiel Rafya sagte: „Wir müssen das auf die Bühne bringen.“ Eilender spricht von einer „ungeheuren Leistung“ der Darsteller. Die Fotos des aus Frankfurt stammenden und jetzt in Laboe wohnenden Fotografen werden in der Ausstellung durch Text-Tafeln aus dem Stück ergänzt. Die Flüchtlingshelfer haben die Ausstellung „Schwebezustand“ genannt: „Zu sehen sind junge Menschen, welche es geschafft haben, ihr Leben aus dem Schwebezustand heraus in einem Hier und Jetzt zu verankern und theaterspielend ihre Herkunft, ihr Hiersein und ihre Wünsche für die Zukunft zu formulieren.“ Die Inszenierung, die am 9. Mai im Lutterbeker Uraufführung hatte, wurde inzwischen auch in Kiel, Plön, Laboe und Schönberg gezeigt. „Wir haben noch sieben weitere Anfragen“, sagt Rönnau. Eine Etage höher im Freya- Frahm-Haus sind Bilder des syrischen Künstlers Ghazwan Assaf zu sehen. Rönnau hatte den 29-jährigen Syrer zufällig kennen gelernt. Seine Zeichnungen verarbeiten seine prägenden Erlebnisse in Syrien. Von Thomas Christiansen

„Schwebezustand“ bis 28. Oktober „Schwebezustand – Kunst und Theater in der Fremde“, eine Ausstellung von Alexander Eilender, Joachim Rathke, Ghazwan Assaf und der Flüchtlingshilfe Laboe, Brodersdorf, Wendtorf. Vernissage am Sonntag, 14. Oktober, 18 Uhr – danach ist die Schau bis zum 28. Oktober jeweils montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Freya-Frahm- Haus Laboe, Strandstraße 15. Der Eintritt ist frei. 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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