"Kleine" Mühle gehört einem künftigen Müller

Zum ersten, zum zweiten, ... Die Laboer Mühle kommt unter den Hammer: Matthias Holtfreter (li.) animiert die Besucher, noch mehr zu bieten. Foto: Schmidt

Die Laboer Mühle steht nun in Stoltenberg – zumindest die Laboer Mühle aus Stroh. Denn am Sonnabend kam die Figur der Laboer Strohfigurenbauer unter den Hammer. Die Versteigerung erbrachte insgesamt 286 Euro und fünf Cent. Nun kann das Team auch beim nächsten Strohfigurenwettbewerb wieder fröhlich ans Werk gehen. Ein wenig enttäuscht zeigten sich die Ehrenamtler um Nils Bieberich, dass kein offizieller Vertreter der Gemeinde Laboe dabei war. „Es wäre ein Zeichen von Wertschätzung und Interesse gewesen“, meinte Bieberich.  Das gut vier Meter hohe Bauwerk war in diesem Jahr vor der Kulisse der Kieler Förde ein echter Hingucker am Ortseingang. Die Strohfigurenbauer hatten sich die Original-Mühle des Ortes zum Vorbild genommen und sie detailgetreu nachgebaut, samt Flügel, Galerie und Mühlehaus. Selbst Mäuse, Katzen und der Müller fehlten nicht. Diese Einzelteile versteigerte Matthias Holtfreter gleich zu Beginn der Auktion. Rund 30 Besucher, viele davon selbst Strohfigurenbauer, legten sich kräftig ins Zeug. „Fünf Euro für die Mäuse“, pries der Auktionator die Objekte an. Lennard Bohlus erhielt als erster den Zuschlag. Dann war der Bann gebrochen, immer wieder ertönte ein Gebot, bevor der Hammer zum dritten Mal auf den Block donnerte. „Wir wollen das unterstützen“, erklärte Steffi Zywitza-Ludwig. Auch Helga Bieberich griff aus diesem Grunde ins Portemonnaie und ersteigerte für 20 Euro die Katze, die ihr Enkel Leon gebaut hatte. Das Hauptstück – die Mühle – blieb allerdings nicht in Laboe. Die hatten Anja Karsten und ihre Kinder Lilly und Jannik schon seit langem im Auge. „Es hat eine besondere Geschichte“, erzählte Anja Karsten. Die Familie hatte zehn Jahre lang in der Laboer Mühlestraße gewohnt, und Sohn Jannik hatte sich schon als Zweijähriger in die Laboer Mühle verliebt. So sehr, dass er seit seinem siebten Lebensjahr Mitglied im Krokauer Mühleverein ist und jetzt in Bardowik/Niedersachsen eine Ausbildung zum Müller machen wolle, berichtete Karsten. Deshalb war es keine Frage: Die Laboer Mühle muss in den heimischen Garten. 100 Euro und sechs dazu für den Müller – das ließ sich die Familie diesen Spaß kosten.  Die Strohfigurenbauer waren zufrieden mit der Versteigerung. Eine Idee für die nächste Figur gebe es noch nicht, verriet Nils Bieberich, aber die soll in Kürze folgen.  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

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