Gemeinsame Schwimmhalle für die Probstei

Badespaß in Laboe: Doch die Geminde diskutiert seit Jahren über die hohen Betriebskosten der Badestätte. In Schönberg schreckt das die Ortspolitiker nicht ab. Man will sich an einer gemeinschaftlichen Schwimmhalle für die Probstei beteiligen. Foto Schmidt

SCHÖNBERG. In das Thema Schwimmhallenversorgung für die Probstei kommt wieder Bewegung. Die Mitglieder des Planungsausschusses der Gemeinde Schönberg beschlossen in ihrer Sitzung einstimmig: Ja, wir wollen uns an einer gemeinschaftlichen Schwimmhalle für die Probstei beteiligen und Haushaltsmittel bereitstellen. Und ja, der Standort Schönberg in Verbindung mit dem Schulzentrum wäre wünschenswert, aber nicht Voraussetzung dafür. Das sind die zwei Kernpunkte des Beschlusses, der gleichzeitig allen anderen Gemeinden ein Signal sein soll, dass Schönberg als größte Probstei-Gemeinde Verantwortung übernimmt. Einig waren sich alle: „Schönberg will ein Zeichen für alle beteiligten Gemeinden setzen und voran gehen“, betonte der Planungsausschussvorsitzende Jürgen Cordts (EIS). Bereits im Zuge der Kommunalwahl im Mai hatte die Gemeinde in einer Bürgerbefragung ein deutliches Votum erhalten. Rund 1500 Einwohner hatten sich an der Umfrage beteiligt, 83 Prozent davon sprachen sich dafür aus, dass Schönberg sich an einer Schwimmhalle, vorzugsweise für ein Lern und Trainingsbecken, für die Probstei beteiligen soll. Hintergrund: Die Gemeinde Laboe diskutiert seit Jahren über die hohen Betriebskosten, die jährlich für ein Defizit von rund 500 000 Euro in der Gemeindekasse sorgen. Wie berichtet, hatte es bereits zwei Bürgerbegehren gegen eine Schließung der Halle gegeben, das zweite vor einem Jahr. Folge: Falls nicht ein neues Bürgerbegehren kommt, wird die Halle in einem Jahr geschlossen. Denn zwei Jahre lang ist die Kommune an das Ergebnis gebunden. Parallel zur Laboer Entwicklung hatten sich die Probstei- Gemeinden nach einem Gutachten vor drei Jahren und einem Konzept der Ämter Schrevenborn und Probstei mit der Frage befasst: Wie lässt sich gemeinschaftlich eine Schwimmhalle für die Probstei bauen und vor allem erhalten? Klar ist für alle Fraktionen in Schönberg: „Das geht, wenn die großen Gemeinden voran gehen“, sagte Peter Ehlers (CDU). Doch seine Partei weist auch auf den entscheidenden Knackpunkt hin: die jährlichen Betriebskosten. Für Bürgermeister Peter Kokocinski ist dies eine „politische Entscheidung“. „Es ist wichtig, dass unsere Kinder hier schwimmen lernen können. Wir entscheiden, was wir uns leisten wollen“, sagte Kokokcinski. Für die SPD ist eine solche Beteiligung auch eine Investition in den Wohn- und Lebensstandort Schönberg. Es sei „ein Stück Ortsmarketing“, betonte Klaus Stelck (SPD). Da sei der Standort Schönberg durchaus „charmant und eine schöne Abrundung des Schulzentrums“, so Stelck weiter. In einem aktuellen und noch nicht öffentlichen Papier zur Standortbetrachtung wird auf die Synergien verwiesen, die eine solche Halle in der Nähe von Schulen hat. Auch Annett Schwab (EIS) wies auf eine mögliche Kooperation des Schulträgers Schulverband Probstei mit dem Kreis Plön als Träger eines solchen Lehrschwimmbades hin. So sei eine Trägerschaft des Schulverbandes durchaus eine Alternative zum Zweckverband, heißt es in dem jetzt verabschiedeten Beschluss. Das Thema ist am heutigen Abend in Laboe (19 Uhr Jenner-Arp-Sporthalle, Schulstraße 1) Gegenstand einer Einwohnerversammlung. Am 22. November treffen sich die Bürgermeister aller Gemeinden der Ämter Schrevenborn sowie Probstei und die Schulverbände zu diesem Thema. Dort wird es vor allem um die Standortfrage gehen. Im Kreis Plön stehen 50 000 Euro für eine belastbare Standortanalyse bereit. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

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